Ein Raunen geht durch die Online-Marketing-Welt: Google Display Ads werden eingestellt. Alle vorhandenen Kampagnen werden in 2027 automatisch zu Demand Gen migriert. Was das für die Ad-Welt bedeutet, klären wir in diesem Artikel!
Die wichtigsten Takeaways auf einen Blick
Display-Ads ziehen um
Bis 2027 werden alle eigenständigen Display-Kampagnen vollständig in das -Format überführt
Erweitertes Inventar
Das bleibt erhalten, wird aber künftig zusammen mit YouTube, , Gmail und Maps zentral aus einer Kampagne heraus bespielt.
Hilfe beim Umzug
Seit Juni 2026 steht ein offizielles Migrationstool bereit, das bestehende Kampagnen in das neue Format überträgt.
Neue Features
Durch den Wechsel zu Demand Gen verschiebt sich auch der Fokus der Kampagnen verstärkt auf visuelle Formate, KI-gesteuerte Gebotsstrategien und neue Zielgruppenoptionen.
Der Shift zu Demand Gen
Google kündigte Ende Mai 2026 an, dass bald nicht mehr Teil des Ad-Repertoires sein werden. Stattdessen wird ihre Funktionalität im Kampagnentyp weitergeführt. Diesen Kampagnentyp gibt es in dieser Form seit 2023, wo er die bis dahin üblichen Discovery-Kampagnen ablöste. Demand Gen ist ein hoch-visueller Kampagnentyp, der im oberen und mittleren Marketing-Funnel angesiedelt ist, wo er die Nachfrage nach Produkten erhöhen soll. Dazu wird eine Vielzahl visueller Formate unterstützt, die auf Googles eigenem Inventar ausgespielt wird – YouTube, Discovery, Maps und Gmail. Durch die baldige Integration von Display Kampagnen ist nun auch das verfügbar.
Die Timeline der Umstellung
Mai 2026:
Demand Gen Kampagnen können ab jetzt als Alternative zu Google Display Ads geschaltet werden. Genauer heißt das: Das GDN (Google Display Network) ist ab jetzt als zuwählbare Alternative im Demand Gen Inventar verfügbar.
Juni 2026:
Phasenweises Rollout des Migrationstools. Damit können bestehende Display-Ads direkt in eine Demand Gen Kampagne überführt werden.
Ab Januar 2027
können keine neuen Display Ads mehr erstellt werden.
Im Laufe von 2027
werden dann alle bisher nicht migrierten Kampagnen automatisch auf Demand Gen umgestellt.
Google Display Ads: Schon immer an unserer Seite
Okay, vielleicht nicht schon immer, aber Display Ads begleiten das Internet schon eine ganze Weile – und die meisten von uns werden das Internet vermutlich gar nicht ohne kennen.
2003 wurde das den Display-Ads zugrunde liegende Netzwerk gegründet, das GDN (Google Display Network). Damit war die Schaltung von Werbung auf Partnerwebsites außerhalb des eigenen Netzwerks erstmals möglich. Display Ads sind demnach sogar älter als YouTube (welches 2005 online ging).
Ebenfalls 2003 wurde Google AdSense gegründet, eine Weboberfläche, auf der Websitebetreiber ihre Websites als Werbefläche bereitstellen können.
2007 übernimmt Google das Unternehmen DoubleClick, mit dem Werbeads professionell verwaltet werden können.
Was ändert sich?
Wie zu erwarten, lässt sich nicht jede Option 1:1 in das neue Format übertragen, viele Optionen werden durch die Migration der Kampagnen aber sogar erweitert:
Das Inventar der Ads erweitert sich von vorher 3 (GDN, YouTube, Gmail) auf 5 – Discover und Maps kommen neu hinzu und ermöglichen Werbetreibenden somit eine noch breitere Aufstellung ihrer Ads. Und mit der größeren Auswahl, die man an Creatives bereitstellen kann, kommen noch einmal mehr Optionen hinzu: , generative Tools sowie eine größere Auswahl an Videoformaten waren in Display bisher nicht verfügbar.
Neu hinzu kommt außerdem die Möglichkeit, („ähnliche Segmente“) zu erstellen. Eine vom Werbetreibenden zur Verfügung gestellte Quellliste dient als Signal für Googles KI, so sollen neue Zielgruppen mit hohem Potential erreicht werden können.
Topic Targeting war in Demand Gen bisher nicht verfügbar, da die Ausrichtung hier nie nach Websites, Orten oder Kanälen geschah, sondern immer auf den User ausgelegt war. Da das Inventar dieses Kampagnentyps jedoch jetzt bereits durch das GDN erweitert wurde, geht auch das Inhaltstargeting nicht verloren. Selbiges gilt für die Ausrichtung nach Keywords oder manuellen .
Neue und alte Gebotsstrategien
Eine der wichtigsten Umstellungen betrifft zuletzt die Gebotsstrategien, denn nicht alle sind 1:1 übertragbar. Zu den Strategien, die es bei Display Kampagnen gab, die aber in Demand Gen nicht mehr verfügbar sind, gehören:
- Sichtbare Impressionen
- Manueller
- Pay-per-Conversion
Da Demand Gen ein sehr KI-gestützter Kampagnentyp ist, bleiben hier auch vor allem Strategien erhalten bzw. verfügbar:
- Klicks maximieren
- Conversions maximieren
- Conversionwert maximieren
- Ziel- & Ziel-
Zusätzlich soll es die neue Gebotsstrategie „Ziel CPC“ geben, die als Alternative zum bisher verfügbaren Manuellen CPC empfohlen wird. Wie der Name bereits vermuten lässt, werden hier Gebote automatisch so festgelegt, dass sie dem festgelegten Klickpreis entsprechen. Konzeptuell ähnelt die Strategie dem Ziel-CPA, nur eben mit einem Fokus auf Klicks statt Conversions (Aktionen).
Das reicht noch nicht?
Eine komplette Liste mit allen Änderungen und empfohlenen Alternativen findest du hier bei Google direkt:
Das Migrationstool
Wer jetzt schon damit anfangen möchte, die alten Display Ads in eine neue Demand Gen Kampagne zu überführen, kann dafür das Migrationstool nutzen, das Google zur Verfügung stellt (der von Google empfohlene Weg). Mit Hilfe des Tools werden bis zu 42 Tage an historischen Daten übertragen, was die Lernphase auf 1-2 Tage reduzieren soll. Ältere Daten lassen sich über die Kampagne nicht mehr abrufen, allerdings verschwindet die alte Display-Kampagne auch nicht automatisch. Sie bleibt im Konto mit dem Status „removed“ erhalten, ältere Daten lassen sich damit noch 5 weitere Jahre abrufen.
Ausschlüsse werden bei der Migration durch das Tool mit übertragen, dennoch sollte man sich darauf nicht blind verlassen und alle Kampagnen im Anschluss genau prüfen.
Alternativ kann die neue Kampagne auch manuell erstellt werden, Google empfiehlt dann, das Budget nach und nach in kleinen Schritten in die neue Kampagne zu verschieben.
Und was bedeutet das jetzt?
Natürlich wird jetzt alles besser. 😉 Google gibt uns Vergleichsdaten: In einer Studie des Foodunternehmens gofood, das in einem vierwöchigen A/B-Test die beiden Kampagnentypen gegeneinander laufen ließ, erreichte die Demand Gen Kampagne einen um 24% niedrigeren sowie ein um 19% gestiegenes Conversionvolumen. Diese Zahlen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, da wir nicht wissen, unter welchen idealen Bedingungen dieser Test stattgefunden hat. Erahnen lässt sich bloß eine Tendenz – aber die fällt ja immerhin positiv aus.
Aber, wer profitiert hier eigentlich?
Innerhalb des GDN ging immer auch ein Teil der Werbeeinnahmen an die Websites, auf denen die Ads ausgespielt wurden. Das „neue“ Inventar besteht hingegen zu großen Teilen aus Google-eigenen Netzwerken: YouTube, Discovery, Gmail, Maps. Auch, wenn das GDN nun verfügbar ist, muss es erst durch einen zusätzlichen Schritt aktiviert werden. Werbeeinnahmen landen damit also zu einem Großteil in Googles eigenen Taschen und so ist diese Umstellung vielleicht auch eine Antwort darauf, dass Googles eigene Werbeeinnahmen durch das GDN vornehmlich durch und immer weiter sinken. 💸
Was jetzt zu tun ist
Den Ist-Zustand der Kampagnen bewerten
Welche Kampagnen sind für Retargeting zuständig, welche für ?
Zielgruppen prüfen
Sind alle Zielgruppen sauber implementiert? Da Demand Gen stark auf KI-gestützte Targetings setzt, ist die saubere Zielgruppendefinition wichtig
Neue Assets produzieren
Demand Gen ist ein sehr visueller Kampagnentyp, deshalb lohnt es sich, neue Creatives zu erstellen, um das Inventar auch voll ausnutzen zu können, z.B. vertikale Videos für YouTube Shorts.
ggf. Tests einrichten
und die originale Display-Ad zusammen mit einer entsprechenden Demand-Gen-Kampagne testen, um herauszufinden, was gut funktioniert. So lässt sich der Algorithmus auch bereits gut anlernen.
Nach der Migration mittels des Tools
Alles exakt prüfen! Zielgruppen, Ausschlüsse, lass‘ Google dein Geld nicht verbrennen.
Das Ende einer Ära – und zeitgleich ein Neuanfang
Das Aus der klassischen Display-Kampagnen ist ein klarer Fingerzeig in Richtung Zukunft, die Google schon länger durchblicken lässt: Mehr KI-gestützte Automatisierungen, größerer Fokus auf bewegte Inhalte und starke Visuals und eine plattformübergreifende Ausspielung. Auch wenn bis zur finalen Umstellung 2027 noch etwas Zeit bleibt, solltest du nicht erst auf den letzten Drücker reagieren. Nutze die kommenden Monate, um deine alten Kampagnen aufzufrischen, Zielgruppen zu schärfen und neue Assets aufzubauen. Nimm den Wechsel proaktiv in die Hand und lass ihn nicht erst durch die automatische Migration geschehen – so sicherst du dir einen echten Wettbewerbsvorteil! 🏆
Kontaktiere uns, wenn du Hilfe bei der Bewertung deiner Kampagnen benötigst! Wir gehen deine Ads gemeinsam durch, besprechen die nächsten Schritte mit dir und geben Empfehlungen, was nun idealerweise zu tun ist.
