Das Internet ist riesig und die Anzahl an Websites schier endlos. Google crawlt bis zu einer Milliarde Seiten pro Tag – und mit ihnen eine unvorstellbare große Anzahl an Informationen, die uns tagtäglich zur Verfügung steht. Google sieht sich selbst in der Verantwortung, seinen Nutzenden einen möglichst hochwertigen Wissenscontent bereitzustellen. Es muss also selektiert werden, welcher Content wirklich nützlich und hilfreich ist – und welcher eben nicht. Denn falsche Informationen können unter Umständen fatale Folgen haben.
Zu diesem Zweck hat Google die Faktoren für die Qualitätsanalyse von Webseiten ins Leben gerufen. Sie gelten für Inhalte aller Art; besonders sensible Inhalte fallen zudem unter die Bezeichnung .
Was es mit diesen Faktoren auf sich hat und wie man sie für sich nutzen kann, klären wir in diesem Artikel!
Was bedeutet (E-)E-A-T?
Bei (E-)E-A-T handelt es sich um eine Methode zur Beurteilung der Qualität eines Websiteinhalts (und nicht etwa um etwas zu Essen – aber zugegeben: man kann es sich so leichter merken 🍽️). (E-)E-A-T besteht aus 3 (bzw. vier seit Ende 2022, mehr dazu später) Qualitätsfaktoren, die nicht nur Teil des Algorithmus sind, sondern zusätzlich als eine Richtlinie für menschliche Quality Rater dienen. Diese bewerten die Qualität ausgewählter Websites anhand der Guidelines manuell.
Das ursprüngliche Akronym E-A-T setzt sich aus diesen Qualitätsfaktoren zusammen:
Context is Key
Wichtig ist: (E-)E-A-T wird immer im Kontext bewertet. Ein humoristischer Beitrag über „Aufschieberitis“ wird nicht mit einem seriösen Expertenbeitrag über Prokrastination verglichen. Der erste Beitrag wird also nicht automatisch abgewertet, nur weil es seriösere Infotexte zum gleichen Thema gibt.
Double-E-A-T: Das zweite E
Im Dezember 2022 wird das zweite E von von Google eingeführt und verfeinert das E-A-T-Prinzip noch weiter. Das zweite E steht für Experience, also Erfahrung. Während das erste E – Expertise – die fachliche Qualifizierung für einen Themenbereich meint, ist mit Erfahrung wirklich auch genau das gemeint. Hier geht es explizit um Erfahrungen, die ein:e Autor:in mit beispielsweise einem Produkt in der Anwendung gemacht hat. Eine Review ist dann vertrauenswürdiger, wenn sie von jemandem verfasst wurde, der oder die das Produkt ausführlich getestet hat.

Das Google Medic Update
Die (E-)E-A-T Metriken sind seit 2018 Teil des Google Suchalgorithmus. Auch wenn sie kein direkter, technischer Rankingfaktor sind, beeinflussen sie maßgeblich, wie Google die Qualität einzelner Webseiten bewertet. Will heißen: Es gibt zwar keine technischen Hinweise, die direkt gemessen werden können, jedoch trotzdem eine Reihe von Signalen, mit denen Google die Qualität einer Seite zuschreibt. In diesem Sinne beeinflusst (E-)E-A-T also doch die qualitative Ausrichtung der Google-Suche.
Nachdem das Update von Google eingespielt wurde, erlitten viele Seiten – vor allem aus medizinischen Bereichen – unter starken Rankingverlusten, da die Qualitätsfaktoren nicht zu Googles Zufriedenheit eingehalten wurden. Das Update ist seitdem als „Google Medic Update“ bekannt.
YMYL: Dein Geld oder dein Leben
steht für Your Money or Your Life – also „Dein Geld oder dein Leben“ und beschreibt besonders sensible Website-Inhalte, die (erhebliche) Auswirkungen sowohl auf das Wohlergehen der Nutzer:innen oder der*m Umfeld haben können. Damit sind vor allem Inhalte aus den Bereichen Gesundheit, Finanzen und Sicherheit (die eigene und die der Gesellschaft) gemeint. Für diese Art der Inhalte braucht es ein besonders hohes Level an Expertise und gerade hier spielt (E-)E-A-T eine besonders wichtige Rolle.
Damit ein Inhalt als YMYL zählt, muss der Inhalt selbst potentiell schädlich sein.Es zählt also nicht, wenn von einer ansonsten ungefährlichen Website ein Virus heruntergeladen werden könnte.
Die Einordnung ist außerdem ein Spektrum. Wie in vielen Bereichen des Lebens gibt es nicht bloß schwarz oder weiß.
Nehmen wir als Beispiel eine Reihe von Nachrichtenmeldungen:
Klar YMYL: Die Evakuierungsrouten im Falle eines Tsunamis. Würde hier eine Falschinformation verbreitet werden, könnte dies Menschenleben in Gefahr bringen.
Möglicherweise YMYL: Wetterberichte. Kleinere Ungenauigkeiten bei der Berichterstattung führen hier (wahrscheinlich) nicht zu einem schädlichen Ergebnis.
Kein YMYL: Berichterstattung über Gewinner eines Music Awards. Das Thema an sich ist ungefährlich und verursacht eher keine Schäden – auch nicht bei größeren Ungenauigkeiten in der Berichterstattung.

Wie man Google sein Vertrauen beweist
Nicht jeder Beitrag in einem relevanten Bereich muss zwingend von einem / einer Expert:in stammen – denn es gibt hier, wiegesagt, Abstufungen. Manchmal sind es genau die Erfahrungen aus erster Hand, die der Nutzer sucht. Wenn beispielsweise nach Tipps und Tricks gesucht wird, die einem das Schlafen in der Schwangerschaft im letzten Trimester erleichtern, wird man gerne auch Erfahrungsberichten aus erster Hand vertrauen. Manche Informationen hingegen müssen von Expert:innen stammen, denn für eine Einschätzung, welche Schlafmedikation in einer Schwangerschaft geeignet ist, braucht es medizinisches Hintergrundwissen. Gerade hier ist die Unterscheidung zwischen Erfahrung und Expertise wichtig.
Es gibt eine Handvoll Indikatoren für die Bewertung des Qualitätsfaktors, die unter anderem wichtig für die Bewertung von YMYL-Inhalten sind.
Bei der Bewertung von YMYL-Inhalten ist es außerdem nützlich, den Vertrauensfaktor auf der kompletten Website zu erhöhen. Dafür können unter anderem eingesetzt werden:
Rezensionen
Qualitätssiegel
Eine ausführliche Über-Uns-Seite
Echte Bilder der Expert:innen und des Teams
Konkrete Ansprechpartner:innen
Fazit
In einer Zeit, in der maschinell erstellter Content immer schwieriger von menschengemachtem Content zu unterscheiden ist und es zudem eine unüberschaubare Flut an sensiblen Informationen gibt, ist es umso wichtiger, Quellen verlässlich als vertrauens- und glaubwürdig identifizieren zu können.
Google reagierte 2018 auf den Bedarf an gesicherten Informationen mit seinem „Medic Update“, das sowohl (E-)E-A-T als Qualitätsfaktor einführte als auch YMYL-Content definierte. Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauen werden nun für alle Inhalte bewertet und fließen entsprechend in das Google Ranking mit ein – auch wenn (E-)E-A-T selbst kein eigener Rankingfaktor ist.
Die Bewertung wirkt sich besonders auf YMYL („Your Money or Your Life“) Inhalte aus, die, sollten sie falsch sein, potentiell gefährliche Auswirkungen auf Gruppen oder Einzelpersonen nach sich ziehen. Hier handelt es sich vor allem um sensible Inhalte aus den Bereichen Gesundheit, Finanzen, Sicherheit und Gesellschaft, in denen es besonders wichtig ist, Expertise zu beweisen, um von Google nicht abgestraft zu werden.
Wir helfen dir!
Bist du dir unsicher, ob deine Inhalte den (E-)E-A-T und YMYL-Anforderungen entsprechen?
Durch unsere langjährige Arbeit im Bereich der Hörakustik sind wir bestens im Umgang mit sensiblen Informationen geschult und beraten dich gerne umfassend.
