Server-Side Tracking: Was ist das und was macht man damit?

Die wichtigsten Keyfacts zur Trackingmethode
Ein Handy, bei welchem der Taschenrechner geöffnet wurde, liegt auf einer Reihe von Ausdrucken, die ausgewertete Userdaten zeigen.
Quelle: unsplash.com | Jakub Żerdzicki

Das Tracking von Userdaten ist im Online-Marketing unverzichtbar, um datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Die gängigsten Methoden, um das zu bewerkstelligen sind das clientseitige sowie das serverseitige Tracking. Was es damit genau auf sich hat und worin sich die beiden Methoden unterscheiden, wollen wir dir in diesem Artikel erklären.

Tracking von User-Daten

In der Welt des Online-Marketings ist das Tracking von Userdaten eines der – wenn nicht sogar das – wichtigste Mittel zur Auswertung von Nutzerverhalten. Denn nur so können wir verstehen, was User wirklich machen, wo sie sich aufhalten und auf welche Buttons sie klicken, um schließlich Optimierungen vornehmen zu können, falls nötig.

Dabei stellt sich dann die Frage: Wie stellt man das am besten an? Die Sammlung von Nutzerdaten sollte sowohl zuverlässig als auch effizient vonstattengehen, aber auch datenschutzkonform sein. Dafür gibt es zwei verschiedene Methoden: Das Client-Side Tracking und das Server-Side Tracking.

ist quasi die klassische Methode des Trackings. Hierbei wird bei Besuch einer Webseite ein Cookie bzw. Tracking-Skript direkt im Browser des Users gesetzt. Dieses Skript speichert deine Interaktionen mit der Webseite und sendet die Daten direkt an ein Analysetool wie GA4.

In den letzten Jahren ergreifen jedoch immer mehr Browser Maßnahmen gegen clientseitig gespeicherte Cookies (z.B. Apples ITP – Intelligent Tracking Prevention), so dass die Daten seitdem immer ungenauer geworden sind, da Cookies nur noch kurz gespeichert werden dürfen. Zudem können Adblocker diese Cookies bzw. Skripte ebenfalls blockieren. Das führt z.B. dazu, dass immer weniger Daten in Analyse-Tools wie GA4 oder Matomo zur Auswertung zur Verfügung stehen und diese ungenauer seien können, da die Datenmenge deiner Website-Nutzenden geringer ausfällt.

Lesetipp

Mehr dazu, ob Cookies wirklich so böse sind, wie immer gesagt wird, erfährst du in unserem Artikel zu Cookies und Consent.

Vereinfachte Darstellung des Client-Side Trackings: Daten werden erfasst, im Browser des Users gespeichert und von dort aus direkt an Drittanbietertools wie GA4 weitergeleitet.
Vereinfachte Darstellung des Client-Side Trackings: Daten werden erfasst, im Browser des Users gespeichert und von dort aus direkt an Drittanbietertools wie GA4 weitergeleitet.

Und was ist Server-Side Tracking?

Wie auch beim Client-Side Tracking wird beim  bei Besuch der Webseite ein Skript ausgeführt. Dieses leitet die Daten jedoch nicht direkt an ein Analysetool weiter, sondern diese werden erst einmal auf den eigenen Server weitergeleitet. Dort verarbeitet der sogenannte Server Tag Manager die Daten so, wie man es ihm vorher aufgetragen hat. Sie können bereinigt, gefiltert, anonymisiert oder generell aufbereitet werden. Erst dann werden die Daten an ein Drittanbieterunternehmen wie GA4 weitergeleitet, um analysiert und ausgewertet zu werden.

Manchmal wird das Server-Side Tracking  auch Server-Side Tagging genannt. Einen wesentlichen Unterschied gibt es zwischen den beiden Begriffen allerdings nicht. Vermutlich leitet sich der Begriff vom Server Tag Manager selbst ab.

Vereinfachte Darstellung des Server-Side Trackings: Erfasste Nutzerdaten werden auf einem externen Server gespeichert statt im Browser des Users. Von dort aus können sie aufbereitet und dann Drittanbietertools wie GA4 weitergeleitet werden.
Vereinfachte Darstellung des Server-Side Trackings: Erfasste Nutzerdaten werden auf einem externen Server gespeichert statt im Browser des Users. Von dort aus können sie aufbereitet und dann Drittanbietertools wie GA4 weitergeleitet werden.

Was sind die Vorteile von Server-Side Tracking?

  • Hochwertigere Nutzerdaten

    Erfasste Nutzerdaten sind genauer bzw. hochwertiger, da Tracking-Prevention Mechanismen und Adblocker bei serverseitigem Tracking nicht greifen.

  • Besserer Datenschutz

    Besserer Datenschutz bzw. DSGVO-konformität, da die Daten auf dem eigenen Server (z.B. in der EU) bleiben. Daten können vor der Weitergabe an Drittanbieter DSGVO-konform anonymisiert werden (z.B. IP-Adressen, Namen).

  • Bessere Performance der Webseite

    Verbesserte Ladezeiten bzw. Performance der Webseite, da keine Skripte mehr im Browser geladen werden. Dies wirkt sich im Umkehrschluss auch positiv auf SEO aus.

  • Ganzheitlichere Customer Journey

    Die lässt sich ganzheitlicher abbilden. Dadurch, dass Daten besser zusammengetragen werden können, lassen sich auch unterschiedliche „Datenpakete“ besser vergleichen bzw. gemeinsam auswerten (z.B. Daten von Meta und Google).

Ein Nachteil von Server-Side Tracking ist jedoch die erschwerte Einrichtung: Es muss nicht nur ein eigener Server aufgesetzt, sondern auch regelmäßig gewartet werden. Und das wiederum ist zum einen mit Kosten verbunden, zum anderen braucht es auch das passende Know-how.

Weitere Fragen zum Thema?

Wenn du weitere Fragen hast oder möchtest, dass wir dir bei der Einrichtung von Server-Side Tracking helfen, schreib' uns eine Nachricht!

Fazit

Gerade im Hinblick darauf, dass Cookies immer schneller gelöscht werden und dadurch die immer schlechter nachvollzogen werden kann, ist das Server Side Tracking eine verlässliche Methode zum erheben hochwertiger Userdaten. Da die Daten auf einem eigenen Server gespeichert werden, sind sie außerdem sicherer und können DSGVO-konform verarbeitet werden.

Diese Art des Trackings liefert also die weitaus zuverlässigeren Daten und ist zukunftssicherer als das Client Side Tracking. Und wie so oft, wenn man die Wahl zwischen dem einfachen und dem komplizierteren Weg hat, lohnt es sich hier, über letzteren nachzudenken. Denn auch wenn der Einrichtungsaufwand und die IT-Anforderungen höher sind, als beim Client Side Tracking, machen die Verbesserung der Daten die Kosten wieder wett. Das gilt insbesondere für Projekte, Shops oder Produkte, die ein hohes Marketingbudget haben oder die einen hohen Umsatz generieren.

Bei kleineren Unternehmen, Webseiten oder Onlineshops scheint das Client Side Tracking auf den ersten Blick verlockender, da das Server Side Tracking mit höherem Einrichtungsaufwand und Kosten verbunden ist. Auf der anderen Seite jedoch kann ein guter Überblick über die Kund:innendaten helfen, die strategische Ausrichtung und das Wachstum nachhaltig und positiv zu unterstützen. Aus dieser Perspektive kann es sich also auch für kleine und mittelständische Unternehmen lohnen, einen Blick auf diese Technologie zu werfen.

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